SENDETERMIN

Vier Tote in Ohio – Ein amerikanisches Trauma

 Ein Film von Claus Bredenbrock und Pagonis Pagonakis

In Gegenwart der amerikanischen Fernsehsender CBS, NBC und ABC werden am 4. Mai 1970 an der Universität von Kent im US-Bundesstaat Ohio vier Studentinnen und Studenten von Soldaten der Nationalgarde erschossen und neun weitere zum Teil schwer verletzt.
Der Hintergrund dieser Tragödie: Am Vormittag dieses 4. Mai haben sich Studenten der Universität friedlich auf dem Campus versammelt, um gegen die Ausweitung des Vietnam-Krieges nach Kambodscha zu demonstrieren. Bewaffnete Nationalgarde marschiert auf und eröffnet das Feuer, „ohne bedroht oder in Gefahr zu sein“, wie später das FBI feststellt. Innerhalb von nur 13 Sekunden werden mindestens 67 Schüsse abgefeuert. Die Studenten Allison Krause, Bill Schroeder, Sandy Scheuer und Jeff Miller sind auf der Stelle tot. Dass sie mehrheitlich deutsche Namen tragen, ist kein Zufall; ihre Vorfahren waren aus Deutschland in die USA emigriert. Sandy Scheuers Vater Martin Scheuer war in den dreißiger Jahren aus Nazi-Deutschland geflohen, weil er wollte, so hatte er einmal gesagt, „dass seine Kinder in einem freien Land aufwachsen.“Da sich das Ereignis vor dem Gebäudetrakt für „Journalismus und Massenkommunikation“ abspielt, entstehen neben den Fernsehaufnahmen auch Filmaufnahmen auf Super 8 und 16 mm, eine Vielzahl von Fotos werden gemacht. Diese Archivdokumente bilden den Ausgangspunkt der WDR-Dokumentation.Dass trotz einiger hundert Augenzeugen kein Soldat der Nationalgarde für die Schüsse auf unbewaffnete Studenten bestraft wurde, macht den 4. Mai 1970 zu einem bis heute unverarbeiteten Trauma in der Geschichte der USA. In dem Film erinnern sich Augenzeugen, Verletzte und der ehemalige ARD-Korrespondent in den USA, Klaus Bölling, an die Bedeutung dieses Ereignisses, das den Anfang vom Ende der Präsidentschaft Richard Nixons begründete.Auch prominente Popmusiker nahmen damals Stellung. Auf die Ereignisse in Kent State reagieren CROSBY, STILLS, NASH & YOUNG mit dem Song „Ohio“, die ISLEY BROTHERS bringen kurz darauf eine Version von „Ohio“ heraus, die den Song mit „Machine Gun“ von JIMI HENDRIX verknüpft, ein Stück, das HENDRIX selbst wenige Wochen nach den Ereignissen in Ohio als musikalischen Kommentar vor Studenten in Berkeley präsentierte.

Nominiert für den Grimme–Preis

Sonntag auf Montag, 3./ 4. Mai 2015, 01.30 – 02.30 Uhr , WDR ,
Wiederholung anlässlich des 45. Jahrestages

SENDETERMINE

„Der nackte Shakespeare“

Im Verlauf der letzten Jahrhunderte hat sich ein Gerücht als Tatsache etabliert: Ein Kaufmann aus Stratford-upon-Avon namens William Shakspere gilt als Autor der wohl vielseitigsten Textproduktion der Neuzeit, von dem keine handschriftlichen Texte vorhanden sind, keine Briefe oder auch nur Hinweise auf seine Schriften aus jener Zeit. Mark Twain, Henry James, und Vladimir Nabokov hielten den Mann aus Stratford nicht für den Autor der Werke „Shakespeares“.
Bei zehn Stücken ist der Ort der Handlung Italien. Ging die Shakespeareforschung bisher davon aus, dass der Autor sich die Schauplätze der Stücke, wie „Romeo und Julia“, „Der Kaufmann von Venedig“ und „Othello“ in seiner genialen Phantasie ausgedacht hat, zeigt „Der nackte Shakespeare“, dass nun schlüssig nachgewiesen werden kann, dass Verona, Mailand, Pisa, Padua, Venedig, Florenz tatsächlich auch vom Autor besucht worden sind. Damit reduziert sich die Anzahl der als Autor in Frage kommenden Personen drastisch, denn nur enge Vertraute von Königin Elisabeth I durften in der damaligen Zeit das Land verlassen.
Der Film zeigt deutlich, dass eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit „Shakespeare“ immer noch spannende Fragen stellt und das Zeitalter der Renaissance in neuem Licht erscheinen lässt.

„Award of Excellence, IndieFest, La Jolla, USA, 2013“

„Bronze World Medal, New York Festivals World’s
Best TV+Films, USA 2014″

Servus TV: Samstag, 19.04.2014 (Karsamstag) um 19.00 Uhr

Bayrischer Rundfunk: Donnerstag, 24.04.2014 um 22.30 Uhr (Sendereihe LIDO)

BR-alpha: Samstag, 26.04.2014 um 19.30 Uhr

SENDETERMIN

Samstag, 22. März 2014, 22.00 Uhr auf ARTE: „San Francisco – Flower and Power“

Sonntag, 23./24.Februar 00.15- 01.15 im WDR: „Detroit, Michigan – Motor City Music“

SENDETERMIN

Sonntag, 4. August 2013, 21.50 Uhr auf Arte: „DETROIT MICHIGAN – Motor City Music“
Im Anschluss, um 22.50 Uhr „MEMPHIS TENNESSEE – Eine Stadt verändert die Welt“.
Detroit - Motor City

Martha Reeves

Martha Reeves


Detroit, Michigan – Motor City Music
Ein Film von Claus Bredenbrock und Pagonis Pagonakis

Detroit ist eines der weltweiten Zentren der Popmusik, die Liste der Musiker und Bands aus und um Detroit liest sich wie das `Who is Who´ der Pop-, Soul und Rockstars: Stevie Wonder, Diana Ross, John Lee Hooker, Iggy Pop, MC 5, Marvin Gaye, Martha Reeves, Jackson 5, The Temptations, Mitch Ryder, Grand Funk Railroad, Juan Atkins, u.v.a.. Die Geschichte der großen Hits und Stars war und ist dabei eng mit Aufstieg, Fall und Wiedergeburt der Automobilindustrie von Detroit verbunden: Ford, GM und Chrysler haben bis heute hier ihre Firmensitze.

Jahrelang war diese Industriestadt ein Symbol des Niedergangs amerikanischer Metropolen. Hohe Kriminalitätsrate, Armut und Abwanderung: Detroit, das war die „Wegwerf-Stadt“, die man längst aufgegeben hatte. Vor fünf Jahren lag die Automobilindustrie der Stadt am Boden, 120.000 Jobs gingen verloren. General Motors und Chrysler borgten sich Geld von der amerikanischen Regierung um weiter zu existieren, Ford nahm Hypotheken auf seine Werksanlagen auf, heute sind alle drei wieder im Geschäft.

Weltberühmt machte die „Motor-Stadt“ Detroit auch das Motown-Label, das die Soulmusik und auch Popmusik maßgeblich beeinflusst hat. Bei der jungen Firma unterschrieben spätere Weltstars wie The Supremes mit Diana Ross, der elfjährige Little Stevie Wonder und die Temptations. Die Motown-Künstler, darunter auch Marvin Gaye, belegten in den 60er Jahren die Spitzenplätze der Verkaufslisten und übten großen Einfluss auf die Musik, ebenso wie die Firma auf die Musikindustrie, aus. Allein von 1961 bis 1971 hatte Motown 110 Top-10-Hits. Dass Detroit auch in der Musikszene weiter eine führende Rolle spielt, liegt an dem aus den Vororten der Stadt stammenden Detroit Techno. Ebenso ist im HipHop-Bereich der weiße Rapper Eminem berühmt geworden, der heute noch in der Stadt lebt, arbeitet und sich sozial engagiert.

Ausgehend von den alten und neuen Hits der Musikszene von Detroit zeichnet der Film das Bild einer nordamerikanischen Großstadt voller Gegensätze. Die Songs reagieren auf die Entwicklung einer Metropole, die wie viele andere nordamerikanische Großstädte in den letzen Jahren einen radikalen Wandel durchgemacht haben. Die Stadtbevölkerung schrumpft, städtische Infrastruktur kollabiert. Und Kriminalität breitet sich aus. Insofern ist Detroit beispielhaft in seiner Bedeutung für die gesamten Vereinigten Staaten von Amerika. Neuaufnahmen der teilweise verwüsteten Stadt korrespondieren mit Archivbildern einer Zeit materiellen Wohlstands in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Interviews mit Musikern wie Mitch Ryder, der regelmäßig auch in Europa auftritt, ehemaligen Musikern des Motown Labels wie Martha Reeves, MC 5-Manager John Sinclair und der Autorin Susan E. Smith, die in ihrem Buch „Dancing in the Street“, einen Abriss der Kulturgeschichte Detroits liefert.